27.05.2012 Bottrop-Hünxe, Ruhrpott Rodeo

Open Air Festivals sind ja ohnehin das Sahnehäubchen des jährlichen Tourplans und das Ruhrpott Rodeo ist für uns mehr als positiv besetzt, nachdem wir vor zwei Jahren eine sagenhafte Party mit den Helden unserer Jugend feiern durften. Dieses Mal hatten wir uns auf einen Kuhhandel mit dem Veranstalter Alex eingelassen: Statt wie sonst immer mittags die erste Band zu sein, durften wir abends zur Primetime spielen – aber auf ner kleinen Hängerbühne. Und nur zwei Umbaupausen lang. Na gut, optimal ist anders, aber ausprobieren wollten wir’s mal.

Das grundsätzliche Problem am Rodeo ist auch viel mehr, dass gleichzeitig unser Pfingstzelten stattfindet, das ja  überhaupt den Anlass geliefert hat, weswegen wir uns als Band zusammengefunden haben. Mittlerweile haben wir daher beschlossen, im Zweijahresrhythmus auf der Pfingstwiese und auf dem Rodeo zu spielen. Trotzdem hatten wir uns am Abend zuvor dann die Instrumente geschnappt, da die Autos ja eh bepackt vor Ort waren und haben ohne PA und Pipapo ums Lagerfeuer herum ein bisschen musiziert, bis ich irgendwann trunkenheitsbedingt rückwärts vom Barhocker kippte, hinein ins Meer der in den Tagen zuvor getrunkenen Biere. Sehr punkig, sehr lustig für alle, sehr viel Glück für mich, da mich keine Scherbe erwischt hat.

Nach zweieinhalb Tagen Pfingstzelten machten wir uns also auf nach Hünxe, backstage vor Ort war zunächst der ganze Chefdenker-Mob anzutreffen, der dort genau das gleiche tat, wie wir im Bergischen: Zelten, Saufen, Grillen. So kennen wir unsere Proberaummitbewohner! Nach ein-zwei Schmeisig-Bieren inspizierten wir dann ‚unsere‘ Bühne: Eigentlich perfekt gelegen hinterm Hauptmischpult, sehr gut erreichbar für’s Publikum, hatte sie nur ein Manko: Die Anlage, über die wir spielen sollten, war kleiner als jene, die wir selbst für den Hausgebrauch besitzen. Hätten wir kein eigenes Mischpult dabei gehabt, hätten wir gar nicht spielen können. Egal, das sollte den Spaß nicht trüben! Sehr freundlich und praktisch für uns war nun, dass all der Proberaumklüngel aus dem Backstagebereich fleißig beim Tragen und Bauen half!

Da wir beim ersten Set genau 15 Minuten Zeit hatten, und in der Umbaupause zuvor Heiter bis Wolkig erfahren hatten, dass die Hauptbühne pünktlich weitermacht und zwar mit brachialer Lautstärke, sodass die Hängerbühne unmittelbar völlig untergeht, hatte ich zuvor sogar eine Exceltabelle mit Minutenaddition gebastelt, um die optimale Setlist zu kreieren. So klappte es dann, dass wir vier Lieder in einer Viertelstunde runterrattern konnten. Und besser hätten die nicht klappen können – der Sound war zwar nicht laut, aber okay, wurde aber ohnehin vom sehr zahlreichen Publikum übertönt, das fast alles mitgrölte – ein uneingeschränktes Rockstargefühl stellte sich umgehend ein! Ich habe wohl noch nie zuvor in so kurzer Zeit so ein intensives Konzerterleben erfahren! Nach 15 Minuten hatte ich tatsächlich das Gefühl, gerade ein ‚richtiges‘ Konzert gespielt zu haben. Dank einer Umbauverzögerung durften wir sogar noch ein Lied dranhängen.

Unsere Merchandaisy Barbara umtanzte uns mit dem selbst gebastelten Werbeschild, sodass darauf unsere CDs weggingen wie geschnitten Brot. Ebenso beliebt war der Waltroper Likör, den uns unser Veranstalter Sven vom Konzert vor drei Wochen wie versprochen mitgebracht hatte. Allerdings verschliefen jene zwei Gesellen, die am meisten davon abbekamen, unseren zweiten Auftritt – und das direkt vor der Bühne.

Eine Stunde hieß es nun warten und Sondaschule anschauen, dann ging’s 20 Minuten lang in die zweite Runde. Ein bisschen arg dunkel war es nun, zwei Scheinwerfer sind doch ein bisschen wenig für eine ganze Bühne, sodass ich mich durch meine BonJovi-Perücke hindurch stark konzentrieren musste, um überhaupt zu sehen, was ich da spiele. Das Publikum war mindestens so gut gelaunt wie beim ersten Set, der Kollege Burn filmte alles, Caddy brachte dann und wann Bier und alles war rasend schnell wieder vorbei und trotzdem wunderschön! Abgesehen von besagten technischen Planungsmängeln eine rundum großartige Sache!

Richtig kurios wurde es dann im Anschluss: Die sächsische Cateringcrew vom ‚Subway to Peter‘ aus Chemnitz / Dresden, die wir seit zwei Jahren schon kennen, hatte sich CDs gekauft und tanzte, da die Arbeit nun getan war, im Cateringzelt hinterm Tresen zu ‚Ich han nen Deckel‘ von den Bläck Fööss, das den Backstagebereich beschallte. Sehr nett und lustig, wir wurden umgehend zu einem weiteren Besuch in Sachsen eingeladen – und werden natürlich kommen!

Eher mühsam verlief die Rückfahrt zur Pfingstwiese, wo dann die Reste vom Waltroper Likör ihre Bestimmung erfüllten.

[one_half]

Folsom Prison

Da noch Zeit blieb, durften wir beim ersten Set (vor Sondaschule) noch ein Stück dranhängen.

Folsom Prison, andere Kamera und Einstellung

Schönen Dank an Michael, der das Video hochgeladen hat!
[/one_half]

[one_half_last]

Fear of the Duck

Das letzte Stück vom zweiten Set (vor Slime) – in sehr bescheidener Soundqualität!

[/one_half_last]

Einen weiteren, wohlwollenden Bericht mit Bildern findet ihr bei bierschinken.net
Die Fotos stammen von Maks / Rilrec.