17.11.2012 Lippstadt, Altes Brauhaus

Rakis Tourtagebuch

Die Aussicht auf 5 x 45 Minuten auf der Bühne bei Kneipenhoppings sind immer ausgesprochen zwiegespalten. Mindestens eines der fünf Sets ist entweder langweilig oder schmerzhaft, weil die Finger die Belastung nicht aushalten. Andererseits gibt es endlich mal keine Diskussionen darüber, welche Stücke gespielt werden, da mindestens alle drankommen, einige auch mehrfach. Und nach fünf Stunden auf der Bühne erreicht man bei kontinuierlicher Alkoholversorgung auch ein ganz besonderes ‚Tourfeeling‘.

Bei unserem ersten Besuch 2011 haben wir einen sehr seltsamen Eindruck von Lippstadt gewonnen. Irgendwas ist ganz furchtbar schief gelaufen und wir waren in einem Laden untergebracht, der völlig ab vom Schuss lag , nichts zu essen für uns hatte und zudem einige Jahre zuvor als rechte Szenekneipe bekannt war. Der neue Besitzer fuhr überhaupt keine klare Linie und ging mit dem Publikum von ehemals wohl relativ liberal um – definitiv ein Ort, an dem wir nichts verloren haben! So ging es denn auch dem Publikum, kaum jemand verirrte sich in diesen Club. Die Aussicht, diesmal im ‚Alten Brauhaus‘ zu spielen, war schon deutlich angenehmer – das klang nach unserer Kragenweite!

Sebi und ich, die wir in Bochum übernachtet hatten, waren früh im Städtchen und hatten Zeit fürs Sightseeing, das bei Kaiserwetter auch durchaus nett war. Im Brauhaus wurden wir ausgesprochen nett empfangen, die Ecke, die unsere Bühne darstellte, war auch angenehm großräumig, der Aufbau routiniert erledigt, das Essen gut, also los!

Schon beim ersten Set waren mehr Besucher da, als letztes Jahr am ganzen Abend, trotzdem war der Anfang recht zäh. Das änderte sich dann aber doch zusehends. Die Getränkeversorgung auf der Bühne war durchweg professionell, was man einigen von uns schließlich auch ansehen konnte… Tanja vom Thekenteam trommelte unseren Westfalen mit einem beeindruckenden Verve, auch der Rest des Publikums wurde zutraulicher. Ein Höhepunkt war zweifellos der Moment, in dem ein ausgelassener Herr, der seines Haupthaares bereits verlustig gegangen war, mit unserer Glamrock-Perücke angetan vor der Band mit Sebastian zusammen Ringelreihen tanzte!

Letztlich hängten wir noch ne halbe Stunde Spielzeit dran, tranken noch mehr mit den überaus netten Betreibern des Brauhauses und kamen zu ungesunden Uhrzeiten ins Bett. Super Wochenende!