12.01.2013 Schwerte, Rattenloch

Rakis Tourtagebuch

Das neue Jahr startet mit einem neuen Kapitel für Schmeisig: Nachdem wir die letzten Jahre eigentlich immer nach dem Prinzip ‚Wir spielen dort, wo viele Leute sind‘ agiert haben, indem wir auf Stadtfesten, Kneipenhoppings und sonstigen Festivitäten auftraten, stellen wir uns jetzt dem offenen Markt: Wir spielen irgendwo, wo noch keiner von uns je gewesen ist und hoffen darauf, dass außer uns noch irgendwer kommt!

Ganz so ungewiss war die Geschichte zwar dann doch nicht, denn dass wir im Ruhrpott schon ne ganze Reihe recht spaßiger Auftritte hatten, steht außer Frage. Und die intensive Werbung beim Punk im Pott tat sicher auch das Ihre. Trotzdem blieb es ein Feldversuch!

Der Laden verdient seinen Namen, ein schön verborgenes Souterrain mit authentisch ausgelebtem Punkerflair. Eine schöne Bühne, die in ein ehemaliges Lehrschwimmbecken der benachbarten Schule eingefügt ist, bei der man als Zuschauer auch auf gleicher Höhe wie die Band stehen kann, wenn man möchte – wenn nicht, begibt man sich ins ehemalige Becken und schaut nach oben – leider nicht schwimmend – ein mit Wasser gefülltes Becken und ein paddelndes Publikum mit Irokesen-Applikationen auf den Badehauben stelle ich mir überaus reizvoll vor!

Vor uns spielte ein nicht ganz ernst gemeintes Zwei-Mann-Projekt mit dem wenig anbiederndem Namen ‚Kacknäpfe‘. Nachdem ich im Jahr 1999 mal das Vergnügen hatte, im Erfurter AJZ mit der lokalen Band ‚Kackhaufen‘ zu spielen, eine herbe Enttäuschung: Dargeboten wurde gar kein bodenloser Asselpunk! Der Name dient wohl eher als nonchalant gemeintes Understatement – meiner Meinung nach stapeln die Jungs dabei zu tief – akustische Songwriter-Blödeleien kann man doch auch nett benennen! Denn die Stücke waren vielleicht ein wenig napf, aber gar nicht kacke.

Das Publikum, das sich doch erfreulich zahlreich einfand, zeigte sich schon bei der Vorgruppe als mitsingwillig – ich bezog das zunächst auf den Lokal-Hero-Bonus, den die beiden Jungs hatten. Da man sich als Zuschauer bei der Geografie des Raumes überwinden musste, nach unten auf die Tanzfläche zu steigen, machte ich mir schon Gedanken, wie man das Volk dorthin lockt – völlig unnötig, wie sich schon beim ersten Stück zeigte: Nachdem unser bombastisches Evil-Cowboy-Intro-Sample auf halber Strecke den Heldentod starb, strömten trotzdem so viele Menschen vor die Bühne, dass sie nur als voll bezeichnet werden kann! Und sobald wir irgendwas halbwegs Bekanntes spielten, wurde auch enthusiastisch mitgesungen. Mit solch einem Publikum kann ein Konzert nur gut werden – und das wurde es auch! Als Fast-Neuvorstellung gab es von uns ‚Filmriss‘ von Knochenfabrik, das wir vor ein paar Jahren lediglich mal auf ner Party gespielt hatten, nun aber gute Chancen hat, ins feste Programm aufgenommen zu werden!

Fazit: Eine bestandene Feuertaufe, ein tolles Publikum, ein sehr nettes Veranstalterteam und die Aussicht, im Januar 2014 zurückzukommen!

Gute Fotos nebst einem weiteren Bericht von unserem Freund Maks von RilRec findet ihr hier: Konzertbericht + Fotos auf RilRec

Sehr wohlwollend kommentiert unseren Auftritt auch der allgegenwärtige Fö im Bierschinken-Portal