Bandbiografie

Anfang der 90er begann sich ein Grüppchen Jugendlicher zu Pfingsten auf den heimischen Wiesen elterlicher Bauernhöfe zu treffen und mit primitivsten Mitteln ein Zeltlager zu errichten. Etliche Jahre später bestand ein fester Kern an Pfingstzeltern, die allesamt irgendwo arbeiteten oder studierten und sich einmal im Jahr in ihrer bergischen Heimat wieder trafen und feierten. Da stets auch ein Haufen Musiker aus Bands unterschiedlicher Couleur anwesend war, kam die Idee auf, sich einmal vor Pfingsten zu treffen, damit man am Lagerfeuer nicht immer nur eine halbe Strophe von ‚Hier kommt Alex’ gemeinsam spielen konnte.

So fand sich 2004 ein loser Haufen zusammen, der irgendwas mit improvisiertem technischen Mitteln daher musizierte. Die Bandbesetzung war recht variabel, kurz nach dem Soundcheck vor dem Auftritt ergab sich noch die letzte Veränderung. Was genau am Pfingstsamstag 2004 musikalisch dargeboten wurde, will niemand mehr wissen, trotzdem war der Auftritt eine willkommene Abwechslung zum Pfingstlageralltag, so dass klar war, dass die Idee weiter verfolgt werden sollte.

Im Laufe der Proben in Rakis WG-Wohnzimmer kristallisierte sich dann allmählich eine feste Besetzung heraus, und so fand am Pfingstsonntag 2005 auf der Pfingstwiese der erste Auftritt mit den Mitgliedern statt, die Schmeisig auch heute noch ausmachen.

Im Laufe des Sommers kam aus dem Kreis der Pfingstzelter die Frage auf, ob die Gruppe auch einmal jenseits der Pfingstwiese auftreten könne. Und so spielte die Band im August bei einem Junggesellenabschied in einer kleinen Kneipe in Schmeisig, wenige hundert Meter weg von der Geburtstätte der Gruppe. Erstmals kam die Frage auf, wie die Band denn heißen könne. Nun ist von ‚Hallo hier in Schmeisig!’ bis zu Hallo, wir sind Schmeisig!’ nur ein sehr kleiner Schritt, der anfangs zwar belächelt, aber trotzdem nie rückgängig gemacht wurde.

Im Winter 2005 löste sich dann Rakis Band ‚The Wohlstandskinder’ auf und spielte ihr allerletztes Konzert in der Kölner Live Music Hall. Um ein Zeichen zu setzen, dass es trotzdem eine musikalische Zukunft gebe, spielte Schmeisig im Anschluss auf der Aftershowparty erstmals in der Öffentlichkeit.

In unmittelbarer Nähe zum Probewohnzimmer befand sich die Kleinstbrauerei ‚Braustelle’, und die Idee kam auf, anlässlich Rakis Neunundzwanzigstem dort aufzutreten. Dies bewährte sich so sehr, dass eine bis heute währende Symbiose zwischen der Brauerei und Schmeisig ihren Anfang nahm, die durch zahllose Konzerte beim ‚Ehrenfeldhopping’ besiegelt wird.

Nach ein paar Konzerten im bergischen Umkreis spielte Schmeisig im Oktober 2006 eher aus Versehen auf dem 50. Geburtstag von Purple Schulz und überzeugte durch einen respektlosen Frohsinn die aus illustren 80er-Jahre-Stars und dem Stunksitzungsensemble bestehende Festgesellschaft.

Spätestens dabei kam die Erkenntnis auf, dass Schmeisig ‚Musik zum Biertrinken’ spielt, also sowohl selbst gerne zum Getränk greift, als auch das Publikum am besten beglückt, wenn dieses ebenfalls trinkt. In Anlehnung an den Bandnamen wurde das Logo einer (Schmeiß-)Fliege gewählt, erst später fand die Band heraus, dass ihr Bandname im bergischen Volksmund auch ‚Misthaufen’ oder ähnlich Abwertendes bedeuten kann. Zum Ende des Jahres beging Schmeisig erstmals ein Weihnachtsspektakel mit befreundeten Bands im Q1 in Bergisch-Gladbach.

2007 mehrten sich allmählich die Auftritte auf Hochzeiten und ähnlichen Festen von Freunden und im Mai wurde die Band zum Rather Musikfest eingeladen, wo sie Bömmel von den Bläck Fööss enthusiastisch und leider namentlich falsch vorstellte und ankündigte: „Am Bass: der Rabi!“ Der Pfingstauftritt drohte zunächst in einem Gewitter zu ertrinken, endete aber in einer großen Karaoke-Show im Partyzelt.

In zwei Aufnahmesessions spielte Schmeisig im Ehrenfelder Proberaumkomplex sein erstes Demo ‚Musik zum Biertrinken’ ein, das dank reger Nachfrage auch bald wieder vergriffen war. Erstmals spielte die Band im Juli außerhalb des Kölner Dunstkreises in Dortmund auf einer skurrilen Jazz-Gitarristen-Veranstaltung. Im Juli verkündete Sebastian mitten im Set eines Sommerfestes, dass er bald Papa werde. Insgesamt schon 23 Konzerte absolvierte die Band in diesem dritten Jahr ihres Bestehens. Gleich zwei Mal tauchte Schmeisig auch im Fernsehen auf: Einmal gefilmt auf der Schildergasse in Köln, einmal im Studio von Center-TV.

2008 wurden aus den privaten Festen, auf denen Schmeisig spielte, allmählich mehr größere öffentliche Veranstaltungen, wie etwa das großartige Overath Rockcity-Open Air oder das Sommerfest des DJK in Köln-Bickendorf. Dafür musste leider der Pfingstauftritt ausfallen, da Raki als Trauzeuge nach Polen reisen musste. Erstmals spielte die Band im Oktober bei einem Kneipenfestival in der westfälischen Karnevalshochburg Beckum.

Diesem folgten ab 2009 eine Reihe von HonkyTonk-Kneipenfestivals zwischen Peine und Würzburg mit jeweils 5 Stunden Spielzeit und entsprechend viel Freigetränken während der Auftritte… Sagenhaft war auch der der Pfingstauftritt 2009 bei bestem Wetter auf einem Heuwagen.

Die Spannbreite des Publikums wurde indes immer größer: Neben Konzerten anlässlich 60ter Geburtstage und einem in der evangelischen Kirche, wo der Altar zur Bühne umfunktioniert wurde, spielte Schmeisig auch vermehrt auf bodenständigem Punkrock-Terrain. Nachdem im Dezember 2009 das alljährliche Weihnachtskonzert von Bergisch-Gladbach ins Kölner Underground verlegt und die Kapelle Petra aus Hamm als Co-Headliner ins Boot geholt wurde, spielte Schmeisig einen legendären Auftritt beim Punk-im-Pott-Festival in Oberhausen und reihte sich in die Riege altgedienter Punkrockbands ein.

Jener Auftritt öffnete neue Türen, sodass das Jahr 2010 mit einem Ausflug Richtung Osten begann und Schmeisig einen nächtlichen Gig beim HonkyTonk in Leipzig und einen extrem feuchtfröhlichen Auftritt in Chemnitz überlebte. Im Mai fand dann die Folgeveranstaltung zum Punk-im-Pott-Festival statt: Das Ruhrpott-Rodeo. Wieder spielte Schmeisig als Opener des zweiten Festivaltages, wieder mit einer vollen Stunde Spielzeit, und diesmal überzeugt, die beste Countryband des Festivals zu sein. Als Belohnung kam schon während des Konzerts von Schmeisig mit Axel von Wizo einer der Musiker an den Bühnenrand, die Schmeisig seit Jahren coverte und auch hinter der Bühne bekam die Band von Jugendidolen wie Slime Honig ums Maul geschmiert. Dieser Höhenflug konnte im Sommer fortgesetzt werden, als Schmeisig den lange gehegten Traum vom Tour-Urlaub mit Kind, Freunden und Kegel wahr machte und eingesäumt von Auftritten bei Hochzeiten enger Freunde den zweiwöchigen ‚Tourlaub’ nach Österreich und Kroatien auf die Beine stellte. Mit Hilfe von Freunden kamen zum Teil sehr spontane Auftritte zustande, unter anderem in Zagreb mit einem Urgestein der dortigen Punkszene, mit dem Schmeisig dessen Hit ‚Mi plezemo’ darbot und dafür nicht weniger gefeiert wurde als zu Hause beim Ehrenfeldhopping in der Braustelle.

Eben dort spielte Schmeisig im Oktober sein hundertstes Konzert, dann zu Halloween als Zombis gestylt, darauf ein großartiges HonkyTonk in Würzburg, gefolgt von einem Open-Air im Hof der Sünner-Brauerei Ende November und schließlich, als 26tes Konzert in diesem turbulentem Jahr, ein ausverkauftes Jubiläumskonzert im Kölner Underground zum fünfjährigen Bestehen.

2011 kam bei den Schmeisigs gleich zwei Mal weiterer Nachwuchs auf die Welt, daher gab es weniger Konzerte. Dafür begann endlich die Arbeit an der ersten Platte, die von April bis Juni mit Tobias Röger als Produzenten, dem Sänger von Rakis alter Band ‚The Wohlstandskinder’, aufgenommen wurde.
Denkwürdig waren der Auftritte beim Hafengeburtstag in Hamburg sowie beim ‚Komm na Huus‘-Festival! Wir spielten an Pfingsten unser traditionelles Camping-Konzert, diesmal auf zwei Treckeranhängern bei trockenem Wetter. Kurz vor den Sommerferien spielten wir beim Stadtfest in Gladbeck vor dem Rathaus und schickten den Bürgermeister zum Bierholen!
Lustig war’s auch auf dem schweinekalten, aber sehr netten Weihnachtsmarkt in Overath. Als krönenden Doppelabschluss des Jahres füllten wir zum dritten Mal mit der Kapelle Petra das Underground und feierten uns, mit Geiger Salossi unterstützt, beim Punk im Pott mit Pittermännchen und Bier-Butler Caddy auf der Bühne, selbst ab!

2012 begann mit viel Arbeit hinter verschlossenen Vorhängen, denn die Plattenproduktion lag in den letzten Zügen. Zum Ehrenfeldhopping im April war die CD dann endlich da und die Braustelle bei der Releaseparty voller denn je! Im gleichen Zuge wurde von der Braustelle ein exklusives Schmeisig-Bier auf den Markt geworfen, das bei der Releaseparty noch jedermann zugute kam, anschließend aber vorwiegend dem Selbstverzehr der Band zum Opfer fiel…

Im weiteren Verlauf des Jahres spielte Schmeisig ein zweites Mal beim Ruhrpott Rodeo, auf der legendären Hochzeit von Sondaschule-Gitarrist Mirko und Angelika Express-Dani, als Support bei der CD-Releaseparty der Sondaschule und schließlich im Underground mit Liedfett als Vorgruppe.

2013 war Schmeisig ein zweites Mal im Tourlaub: Beginnend beim Back to Future Festival in Glaubitz ging es wieder über Wien nach Kroatien. Auch in den folgenden Jahren reihten sich viele Klassiker aneinander: Auftritte beim Ruhrpott Rodeo, dem Punk im Pott, immer wieder in der Braustelle, jedes Jahr im Underground, auf der Pfingstwiese und hier und da auf Hochzeiten, Stadtfesten, Kneipenhoppings und runden Geburtstagen.

Etwa ab 2014 war klar, dass es Zeit würde für ein zweites Album, aber nach einigen Vorabaufnahmen  mussten zuvor  noch Dutzende von Kindern geboren und Häuser renoviert werden, bis es 2017 endlich losging: Zwischen April und Juli 2017 war die Band im Kölner Gotteswegstudio A und nahm mit Sebastian Blascke (Sondaschule / Montreal / Kmpfsprt) als Album ‚and out comes the swindle‘ auf. Für zwei Termine durfte Schmeisig im Herbst 2017 die Punkrocklegende Slime als Vorgruppe begleiten. Im November 2017 kam die CD endlich aus dem Presswerk, ab Dezember auch die Version als LP.